Liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder,
liebe Förderer, Freunde und Unterstützer,
wenn wir auf dieses Jahr zurückblicken, dann bleibt vor allem eines:
Es war unglaublich, was wir gemeinsam geleistet haben.
Im Mittelpunkt stand die Dachsanierung des Pfadfinder Centrums Callenberg – die größte bauliche Aufgabe seit Jahrzehnten. Ein Projekt, das viele von uns vor einigen Jahren noch für kaum machbar gehalten hätten. Und doch steht dieses Dach heute.
Fast 300 Helferinnen und Helfer haben in unzähligen ehrenamtlichen Stunden daran mitgewirkt. Auf dem Dach, am Boden, in der Organisation, in der Verpflegung, in der Planung. Urlaubstage wurden geopfert, Wochenenden durchgearbeitet, Kraftreserven mobilisiert. Firmen haben uns bei Materialpreisen unterstützt – gebaut aber haben wir dieses Dach nahezu vollständig in Eigenleistung. Schraube für Schraube, Balken für Balken. Das war Pfadfinderarbeit in ihrer besten Form.
Ebenso überwältigend war die finanzielle Unterstützung, die dieses Projekt getragen hat. Rund 60.000 Euro an Spenden sind in diesem Zusammenhang zusammengekommen – von Pfadfinderinnen und Pfadfindern, von Förderern und Freunden, aber auch von Menschen und Gruppen, die uns neu entdeckt haben. Besonders gefreut hat uns, dass Unterstützung auch aus ganz anderen Bereichen kam – zuletzt etwa durch eine Weihnachtsspendenaktion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HUK-Coburg, bei der mehrere Projekte zur Auswahl standen und sich zahlreiche Mitarbeitende bewusst für unser Vorhaben entschieden haben. Diese breite Solidarität zeigt: Unsere Arbeit wird gesehen, verstanden und mitgetragen.
Dieses Jahr war jedoch mehr als ein Bauprojekt. Parallel zur Baustelle lief der Betrieb unserer Pfadfindereinrichtungen weiter – mit Belegungen, Organisation, Absprachen und vielen Aufgaben im Hintergrund. Vieles davon bleibt unsichtbar, ist aber unverzichtbar: Planung, Verantwortung und Verlässlichkeit. Getragen wurde all das von Aktiven, Ehrenamtlichen und Förderern, die Verantwortung übernehmen – oft leise, aber mit großer Wirkung.
Besonders ermutigend ist dabei der Blick auf unsere Pfadfindergruppen vor Ort. Dort wächst gerade eine neue Generation sehr junger Gruppenführerinnen und Gruppenführer heran, die Verantwortung übernimmt. Jugendliche, die zeigen, dass es mehr gibt als Konsumieren. Dass man Aufgaben annimmt – auch dann, wenn man mal keine Lust hat – und sie durchzieht. Es ist eine große Freude zu sehen, wie diese jungen Menschen an ihren Aufgaben wachsen und dabei selbst stärker werden. Genau so lebt Pfadfinderarbeit weiter.
Was hier insgesamt entstanden ist, ist deshalb mehr als ein neues Dach. Es ist ein sichtbares Zeichen dafür, was Gemeinschaft leisten kann, wenn viele zusammenstehen und nicht fragen, wer zuständig ist, sondern wer hilft. Darauf dürfen wir stolz sein – ruhig, aber mit Überzeugung.
Gleichzeitig wissen wir: Verantwortung endet nicht mit einem abgeschlossenen Bauprojekt. Unsere Häuser wollen erhalten, gepflegt und weiterentwickelt werden. Deshalb führen wir auch die D-Mark-Aktion fort. Sie steht für das, was uns ausmacht: Viele kleine Beiträge, die gemeinsam Großes ermöglichen.
Schon jetzt richtet sich der Blick nach vorne: Mit der Bauhütte Stiefvater 2026 steht das nächste Projekt am Horizont. Wieder wird es darum gehen, gemeinsam zu planen, selbst anzupacken und Verantwortung zu übernehmen – für Substanz, nicht für Komfort.
Dieses Jahr war aber auch von Abschieden geprägt. Wir mussten uns von Förderern und Wegbegleitern verabschieden – von Menschen, die teils seit den ersten Jahren nach 1946 als Coburger Pfadfinder dabei waren. Sie haben den Wiederaufbau, das Wachsen und die Entwicklung unserer Pfadfinderarbeit über Jahrzehnte begleitet und geprägt. Einige von ihnen gehörten 1968 auch zu denen, die den Fördererkreis mit ins Leben gerufen haben. Ihr Engagement wirkt weiter – in unseren Häusern, in unseren Gruppen und in allem, was heute möglich ist.
All das steht in einer langen Linie. Vor 80 Jahren, 1946, haben die Coburger Pfadfinder nach dem Krieg neu begonnen – in einer Zeit des Mangels, der Unsicherheit und des Neuanfangs. Schon damals ging es um mehr als Zelte und Fahrten: um Charakter, Verantwortung und Gemeinschaft. Diese Haltung verpflichtet. Und sie lebt weiter.
Diese Geschichte setzen wir fort – im kommenden Jahr unter anderem mit dem 80. Lauterburglauf am ersten Oktoberwochenende. Eine besondere Aktion, die Generationen verbindet und zeigt, dass unsere Pfadfinderarbeit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich ist.
Dieses Jahr hat gezeigt: Pfadfinderarbeit ist kein Selbstläufer. Sie braucht Menschen, die Zeit schenken, Verantwortung tragen und Vertrauen haben. Genau dafür möchten wir Danke sagen.
Danke an alle Helferinnen und Helfer.
Danke an die Pfadfinderinnen und Pfadfinder.
Danke an Vorstände, Stiftungsbeirat und an den ganzen Fördererkreis.
Danke an Spenderinnen und Spender sowie an alle Unterstützer aus Gesellschaft, Institutionen und Unternehmen.
Danke an alle, die still im Hintergrund wirken und ohne die vieles nicht möglich wäre.
Was wir gemeinsam geschafft haben, macht Mut. Wir wissen jetzt, was möglich ist – weil wir es bewiesen haben. Und genau deshalb gehen wir diesen Weg weiter. Nicht allein. Sondern gemeinsam.
Ich wünsche euch und euren Familien einen guten Start ins neue Jahr.
Mit herzlichem Dank und einem Gut Pfad
Alexander
für die Pfadfinder Förderer Stiftung
und den Pfadfinder Fördererkreis e. V.
Fördererkreis